Infrastruktur & Orte

Ortsumfahrung Oetz – Erkenntnisse und nächste Schritte

17.11.2020

Im Rahmen der Mobilitätsstrategie wurden Befragungen zur Verkehrslage in Oetz durchgeführt. Über die Erkenntnisse, Visionen und nächsten Schritte informiert die Gemeinde Oetz in ihrer aktuellen Aussendung.

Der Oetzer Bürgermeister Hansjörg Falkner informiert die Oetzer Bewohner:
 

Gemeinsam mit den KollegInnen des Gemeinderats hätte ich Euch die Inhalte dieses Schreibens gerne im Rahmen einer Bürgerversammlung persönlich präsentiert. Aufgrund der derzeitigen Lage hinsichtlich Covid-19 ist dies derzeit leider nicht möglich.

Worum geht’s? Der Verkehr durch Oetz nimmt kontinuierlich zu und eine Trendwende ist auch in Zukunft nicht in Sicht. Im Durchschnitt passieren an Werktagen 14.200 Fahrzeuge unseren Ort, an Spitzentagen – speziell an den Wochenenden – sind es sogar bis zu 20.000. Selbst durch massivste Investitionen in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs ließe sich im Idealfall lediglich der aktuelle Status quo beibehalten. Im Rahmen der Mobilitätsstrategie wurden Befragungen durchgeführt sowie fundierte Informationen und auch Expertenmeinungen eingeholt. Auf dieser Basis wurden Ziele für das Tal definiert, die langfristige strategische Ausrichtung vorgeschlagen und Maßnahmenpakete und Pilotprojekte ausgearbeitet. Eine für unsere Gemeinde wichtige Erkenntnis lautet, dass eine Ortsumfahrung von Oetz alternativlos ist. Derartige Großprojekte bedürfen verständlicherweise umfangreicher Planungen. Deshalb müssen wir jetzt ins Handeln kommen. Als Startphase sind ausführliche Gespräche mit dem Land Tirol über mögliche Verkehrslösungen und Finanzierungen geplant. Zeitgleich sind wir gefordert, uns über die spürbare Steigerung der Aufenthaltsqualität im Ort Gedanken zu machen. Eine Ortsumfahrung ohne begleitende Maßnahmen für ein attraktives Ambiente hat wenig Aussicht auf Erfolg. Deshalb bitte ich Euch, um Euer aktives und konstruktives Mitwirken. Nur wenn wir als Oetzer gemeinsam auftreten, lässt sich dieser entscheidende Meilenstein für unseren Ort erreichen. Unser Gemeinderat steht geschlossen hinter diesem Vorhaben. Aufgrund der Dimension des Projekts sind das Miteinbeziehen der Bevölkerung und eine kontinuierliche, transparente Information selbstverständlich. Sobald es die Covid-19-Lage wieder zulässt, werden wir hierzu verschiedene Bürgerbeteiligungstreffen organisieren.

Oetz Umfahrung
Oetz Umfahrung
Oetz Umfahrung

So stellt sich die Verkehrslage aktuell dar

  • Von 2006 bis 2018 kam es in Oetz zu einer Verkehrszunahme von 28 Prozent. Im Schnitt rollen täglich rund 14.000 Fahrzeuge durch den Ort. Ohne Gegenmaßnahmen drohen unserer Gemeinde ähnliche Szenarien wie anderen Tiroler Orten, die regelmäßig bei den Staumeldungen im Radio genannt werden.
  • Grundlast durch Alltagsverkehr: Die touristischen An- und Abreisen an den Wochenenden treiben die Verkehrsbelastung augenscheinlich an die Spitze. Dessen ungeachtet gilt es, beim täglichen hausgemachten Verkehr anzusetzen. Bezeichnendes Faktum: Selbst in Phasen von Reisewarnungen stellte sich hier kein merklicher Rückgang ein: 12.740 Kfz am 20. Mai (Zählstelle Ötztal).
  • Wohnen, Arbeiten, Einkaufen: Bei den im März 2019 durchgeführten Befragungen von LenkerInnen wurde der Anlass für die Fahrt erhoben. Zu den Hauptgründen der Mobilität aller zählen unter der Woche Fahrten zur eigenen Wohnung, zur Arbeit oder geschäftliche und private Erledigungen. Ein Großteil dieser Wege wird mit dem privaten Kfz zurückgelegt.

 

Neue Chancen für die Ortsbildgestaltung

Eine Umfahrung ermöglicht es uns, das Ambiente im Zentrum attraktiver zu machen und mehr Fläche für Begegnungen im öffentlichen Raum zu schaffen.

Ideen für mehr Aufenthaltsqualität:

  • Begegnungszone & verkehrsberuhigte Bereiche
  • neuer Dorfplatz mit Begrünung und Wasserelementen
  • einheitliche Gastronomiezone im Außenbereich
  • historischen Dorfkern sichtbarer machen

 

Zukunftsstrategie für das gesamte Tal

Im Rahmen der Mobilitätsstrategie Ötztal sind neben der Umfahrung in Oetz, inklusive Ortsbildgestaltung, zusätzliche Maßnahmen angedacht.

Als langfristiger Ansatz soll eine Machbarkeitsstudie auch die Möglichkeit eines öffentlichen Verkehrssystems, abseits der Straße, bis ins hintere Ötztal erörtern.

 

Langfristiger Prozess

Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen, dass der Entwicklungs- und Umsetzungsprozess einer Ortsumfahrung viel Zeit in Anspruch nimmt. Neben umfangreichen Planungstätigkeiten bedarf es auch intensiver Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, Behörden und den politischen Entscheidungsträgern im Land Tirol.

Darum ist es notwendig – kurz- bzw. mittelfristig – begleitende Maßnahmen zu setzen:

  • Weiterer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs durch Verdichtung bzw. Ausdehnung der Betriebszeiten.
  • Aufbau eines Netzes an öffentlichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge.
  • Einführen eines Carsharing-Angebots von E-Autos mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten. Spontane Mobilität und die Chance von Kosteneinsparungen durch Verzicht auf ein Zweitfahrzeug.
  • Bevorzugung des öffentlichen Nahverkehrs und des Radverkehrs gegenüber dem motorisierten Individualverkehr.
  • Ausbau der autofreien Anreise für Gäste.

 

Zielsetzungen der Mobilitätsstrategie Ötztal

Nur mit geeigneten Maßnahmen kann das Verkehrsaufkommen langfristig reduziert werden.
Das sind unsere Ziele:

  • Der Ortskern soll sich attraktiv und lebendig präsentieren.
  • Die Bevölkerung ist bequem und umweltfreundlich unterwegs und soll dabei direkt zum gewünschten Ziel gelangen.
  • Unsere Gäste nutzen die Mobilitätsangebote der Region und reisen umweltfreundlich an.
  • Nachhaltige Verkehrslösungen lassen sich nur gemeinsam erreichen. Die Bevölkerung, Gemeinde, Tourismusbetriebe, Seilbahnen und Mobilitätsanbieter entwickeln zusammen Lösungen.

 

Was sind die nächsten Schritte in Sachen Umfahrung?

  • Erste Gespräche mit der Landesbaudirektion haben bereits stattgefunden – samt positivem Feedback.
  • Nun geht es darum, mit der Landespolitik zu verhandeln, um grünes Licht für die Ausarbeitung möglicher Varianten zu erhalten.
  • Über den jeweiligen Verhandlungsstand wird die Oetzer Bevölkerung informiert.
  • Die eigentlichen Planungsprozesse übernimmt dann das Land Tirol.

 

Weitere Informationen

Auf der Gemeindewebsite www.oetz.tirol.gv.at gibt es weitere Details zu der geplanten Ortsumfahrung, den Zahlen der 2019 durchgeführten Verkehrsbefragung und zu den Zielen der Mobilitätsstrategie Ötztal.

Für Fragen und Anregungen zur künftigen Entwicklung von Oetz steht Bürgermeister Hansjörg Falkner gerne zur Verfügung unter: buergermeister@oetz.tirol.gv.at oder telefonisch +43 664 322 02 71.

Download - Postwurf Oetz (PDF)

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